„Integrierte Versorgung Belzig – IVB e. V.“
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31. August 2004
Weitere Verbesserung der medizinischen Versorgung im Altkreis Belzig – Startschuss für Integrierte Versorgung
Im Gespräch mit dem Vorsitzenden der KV Brandenburg, Dr. med. Hans-Joachim Helming, niedergelassener Gynäkologe in Belzig
Zum 1. September startete in Belzig ein Projekt „Integrierte Versorgung“ für Diabetiker. Was ist das Ziel dieses Projektes ?
Ziel dieses Versorgungskonzeptes ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung dieser Patienten. Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg – und der Altkreis Belzig ist ein typisches Beispiel hierfür – ist die Möglichkeit der leichten Inanspruchnahme qualifizierter medizinischer Betreuung oftmals schwierig. Zusammen mit den immer weniger werdenden Hausärzten soll dennoch die ambulante medizinische Versorgung auf einem hohen Qualitätsniveau gemeinsam mit den Ärzten des Krankenhauses zukünftig sogar verbessert werden.
Was ändert sich für den Patienten ?
Zunächst bleibt der Patient natürlich in der Grundbetreuung bei seinem Hausarzt. Dieser überweist den Patienten dann in bestimmten Abständen an das spezielle Konsultationszentrum am Kreiskrankenhaus Belzig, wo in Zusammenarbeit mit der Diabetes-Schwerpunkt-Praxis die Möglichkeit der Untersuchung durch Spezialisten (Nieren- oder Gefäßspezialisten, Augenarzt) besteht und der Patient auch Diätschulungen erhalten kann.
Können alle Patienten, egal bei welcher Kasse sie versichert sind, daran teilnehmen ?
Ist es geplant, solche Verträge auch mit anderen Kassen abzuschließen ?
Zunächst profitieren hiervon nur Patienten, welche bei der AOK für das Land Brandenburg versichert sind. Wir sind aber sicher, dass auch die anderen Krankenkassen dem Beispiel der AOK folgen und für ihre Versicherten diese Betreuungsmöglichkeit mit dem Trägerverein dieser Betreuungskonzeption abschließen.
Sie sprachen ein engeres Miteinander von Arztpraxen und Krankenhaus an. Gab es dies bislang nicht ?
Natürlich fangen wir nicht bei „Null“ an. Die Zusammenarbeit zwischen dem einzelnen ambulant tätigen Arzt und dem Krankenhaus war auch in der Vergangenheit sehr gut. Trotzdem gibt es nichts, was noch verbessert werden kann. Dieses Betreuungskonzept beweist dies. Durch klar strukturierte Abläufe kann die Versorgung der Patienten noch weiter verbessert und vor allem für den einzelnen – in der Regel älteren Menschen – erleichtert werden.
Spart durch dieses Projekt letztlich die Krankenkasse Geld ?
Immer, wenn die Versorgung der Patienten verbessert wird, sparen die Krankenkassen, weil unnötige Folgekosten vermieden werden. Somit kommen die vorhandenen, begrenzten Finanzmittel den Versicherten wirksamer und zielgerichtet zu Gute.
Ist es vorgesehen, auch bei anderen medizinischen Versorgungsleistungen eine solche bessere Verzahnung von ambulant und stationär vorzunehmen ?
Das ganze Projekt hat das Ziel, in der Zukunft wieder ein Versorgungsangebot für die Menschen im Altkreis Belzig an einer zentral erreichbaren Stelle anzubieten, welches in der wohnortnahen Betreuung durch den Hausarzt einfach nicht gewährleistet werden kann. Dazu gehören dann natürlich alle erdenklichen Betreuungsbereiche. Alles, was die Grundbetreuung durch den Hausarzt übersteigt, wird dann hier in der zentralen Funktionseinheit für ambulante medizinische Versorgung erfolgen.
Letztlich ist geplant, dass auch ambulante Operationen und die Versorgung der Menschen im Bereitschaftsdienst – also außerhalb der Sprechstundenzeiten in den Praxen – hier erfolgen kann.
Wie beurteilen Sie generell solche Modelle ?
Sie stellen eine große Chance für die Gestaltung einer modernen medizinischen Versorgung dar. Die Zusammenarbeit von Krankenhausärzten und Ärzten in den Praxen wird bisher bestehende Hindernisse abbauen. Der Patient wird dadurch mit Sicherheit große Vorteile haben.